Es war sehr interessant zu beobachten, dass der Sprecher den Film vor dem Sprechen nicht kennt, sich nur kurz die zu sprechende Sequenz im Original anschaut und dann sich in die Stimmung "reinfühlt". Es war ein Regisseur anwesend, der im Zweifel sonst noch gesagt hat, wie er die jeweiligen Stellen gerne hätte. Neben dem Regisseur saß ein Tontechniker, der die eingesprochenen Fetzen (teilweise schon komisch, wenn andere Stimmen noch fehlen und so ins Leere reingesprochen wird) aufnimmt und dann auf die Lippen schiebt, so dass es passt. Der Sprecher muss nur Anfang und Ende des Gesprochenen treffen und die richtigen Pausen machen. Damit die Labiale (also wo sichtbar die Lippen zusammengehen) richtig getroffen werden, wurde der Text auch spontan noch an einigen Stelle etwas geändert, so dass z.B. ein Wort eingefügt wurde oder eins weggelassen wurde. Der normale Ablauf ist erst die Rohübersetzung, dann das Dialogbuch, sprich die Anpassung auf die Lippen des Originals und anschließend halt noch die kleinen Änderungen, die dann vielleicht übersetzerisch nicht mehr hundertprozentig sind, aber dafür dann auf die Lippen passen.
Es war eine echt interessante Erfahrung, mal dabei gewesen sein zu dürfen und eine lockere Stimmung im Synchronteam!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen