Aus den beim letzten Nähkurs zugeschnittenen Teilen hab ich ein Geburtstagsshirt genäht. Es ist das erste Kleidungsstück, das ich genäht habe, das erste Mal, dass ich Jersey (dehnbarer Stoff) verwendet habe und auf dem Shirt ist die erste Applikation, an die ich mich rangetraut habe. Ein Shirt der ersten Male :)
Noch im Nähkurs habe ich am Donnerstag die bereits zu Hause vorbereitete Applikation (Zahlen - das gefühlte Alter des Geburtstagskindes :) ) auf das zugeschnittene Rückteil des T-Shirts gebügelt. Da ich ja gerade nähmaschinenlos bin, half mir eine gute Seele mit ihrer Maschine aus. Zunächst habe ich die Applikation mit der Nähmaschine umrundet, so dass sie nicht nur aufgeklebt, sondern auch festgenäht ist. Aber da ich mir wohl das falsche Stickvlies hab andrehen lassen, das sich nicht wie versprochen einfach wieder abreißen ließ, durfte ich das Ganze zwei Mal machen... Fazit: Applizieren von Baumwolle auf Jersey funktioniert auch ohne stabilisierendes Vlies wunderbar.
Vor dem Zusammennähen fiel mir auf, dass ich die Schulterpassen einzeln und nicht aus doppelter Stofflage ausgeschnitten hatte. So hatte ich zwei gleiche, statt zwei gegengleiche Stücke. Also noch ein weiteres ausgeschnitten, um zwei spiegelverkehrte Teile zu erhalten. Aber irgendwie hatte ich wohl noch immer einen Knoten im Gehirn: ich hatte nun drei gleiche Teile.....
Knoten gelöst, die richtigen Teile geschnitten:
Dann habe ich angefangen zu nähen. Für das gekaufte Schnittmuster gab es im Internet eine bebilderte Nähanleitung an der ich mich orientiert habe. Das Einnähen der Schulterpassen ging problemlos. Beim Absteppen produzierte ich dann hübsche Wellenlinien *ups* Beim zweiten sahs aber dann schon besser aus.
Das Einnähen des Halsbündchens war auch nicht allzu schwierig. Obwohl ich auch da einen Denkfehler eingebaut habe, so dass ich ein kleines Stück Naht per Hand nähen musste. Fällt aber nicht groß auf. Was stärker auffällt, ist, dass das Halsbündchen zu groß ist. Ich hätte mal auf das Schnittmuster vertrauen und nicht auf die Nähkursleiterin hören sollen. So wirkt es fast wie ein V-Ausschnitt, dabei ist es eigentlich ein Rundhals...
Das Einnähen der Ärmel bot weitere Tücken - einen Ärmel musste ich wieder auftrennen, da sich der blaue Stoff, der beim Nähen unten lag, schief in die Naht eingezogen hatte, so dass es sich plötzlich an Stellen kräuselte, an denen das nicht vorgesehen war... Auch hier wusste ich beim zweiten Ärmel worauf ich achten musste und er wurd deutlich besser. Im nächsten Schritt wurde dann die Seitennaht vom Ärmel bis unten verschlossen. Hier ist nun auch die Applikation zu sehen.
Als letztes mussten noch die Ärmel und die Unterkante gesäumt werden. Doppelt nach innen eingeschlagene Ärmelsäume umzubügeln ist eine ganz schöne Fummelarbeit... Und hätte ich das ganze mit der Zwillingsnadel abgesteppt, wäre das Ergebnis deutlich schöner geworden, als die zwei ungleichen Linien, die ich auf den unteren Saum genäht hab, aber während des ganzen Prozesses wurde der Unterfaden bestimmt drei Mal leer und ich durfte schon genug einfädeln. Die Zwillingsnadel kommt dann beim nächsten Projekt zum Einsatz. Versäubert hab ich die Nähte nicht, ich hoffe mal der Stoff franst nicht aus. Sollte er es doch mit der Zeit tun, werde ich das wohl nachträglich noch machen und dann auch das Halsbündchen kürzen.
Zum Abschluss noch Bilder am Model. Wenn man nicht den Standdardgrößen entspricht, ist maßgeschneiderte Kleidung schon toll! Das Shirt ist in Größe S genäht und nach unten hin auf Größe L verlängert worden. So passt es deutlich besser als gekaufte Shirts, bei denen dann entweder die Schulternähte auf dem Oberarm liegen, das Ganze seitlich am Oberkörper schlabbert oder der Herr bauchfrei ist :)
Mein Fazit: ich bin stolz auf mein erstes Kleidungsstück! Es hat Macken und Fehler, die man aber von Weitem nicht sieht. Im Laufe der einzelnen Arbeitsschritte verstand ich immer mehr was ich da tat und merkte worauf ich achten musste. Ansonsten hat mich zwischendurch der Unterfaden verlassen, ich musste mehrfach neu aufspulen und einfädeln, das Stickvlies zum Applizieren war das falsche, die Maschine hat beim Versuch die Naht am Anfang zu verriegeln den Stoff gefressen und wollt ihn erst nicht mehr hergeben, so dass ich das mit dem Verriegeln dann sein gelassen hab. Eigentlich fehlte nur noch, dass mir der Oberfaden reißt. Aber nun bin ich um einige Erfahrungen reicher, mir gefällt das genähte Resultat, es sitzt gut und ich freue mich schon mal auf die Nähmaschine die ich mir demnächst kaufen werde - bitte mit Einfädelautomatik :)








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